Technik sehen – Theater verstehen

Projekt zur Erstellung einer virtuellen Ausstellung, gefördert durch den Frankreich-Schwerpunkt des IZKT mit Mitteln der DVA-Stiftung (Robert Bosch)

Leitung: Prof. Dr. Kirsten Dickhaut

Projekt-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter: Beate Lang, Fabian Mauch, Felicitas Mössner

Der Frankreich-Schwerpunkt des IZKT fördert ein Projekt zur Erstellung einer virtuellen Ausstellung, das graphisch von Beate Lang und technisch von Fabian Mauch umgesetzt wird. Literaturwissenschaftlich arbeiten Felicitas Mössner und Kirsten Dickhaut gemeinsam an der Aufbereitung des Materials, das 2019 online präsentiert wird. Das Format wird die Möglichkeiten der historischen Technik erlebbar und verständlich machen, wodurch die Bedeutung des Bühnenspiels erst eigentlich nachvollziehbar wird.

Theaterstücke der Frühen Neuzeit lesen wir, wie zeitgenössische Inszenierungen aussahen. Erst die Zusammenschau der verschiedenen Künste ermöglicht es, das zeitgenössische Verständnis des Theaterstücks in den Blick zu nehmen und damit das historische Verstehen und vor allem die zeitgenössische Umsetzung auf der Bühne nachzuerleben.

Pierre Corneilles Andromède (1650) stellt für den gewählten Fokus insofern einen historischen Glücksfall dar, als sechs Druckgraphiken der Bühnenbilder der Premiere überliefert sind, die es erlauben, eine genauere Vorstellung der historischen Inszenierung zu entwickeln. Dies ist das einzige Bühnenstück, bei dem alle Graphiken erhalten sind, sodass eine solche Rekonstruktion möglich erscheint. Denn diese Graphiken wurden als Dokumentation der ephemeren Inszenierung eigens in Auftrag gegeben, um eine visuelle Vorstellung der Aufführung zu bewahren und diese in Form von Illustrationen den Lesern an die Hand zu geben. So schmücken sie die von Louis XIV bestellte Druckfassung des Textes. Die Graphiken zielen sowohl auf die Darstellung des decorum als auch darauf, die Bewegungsabläufe der Personen zu suggerieren, die die statischen Bühnenbilder erkennen lassen bzw. die in der Zusammenschau von Bühnenbild, Lektüre und mythologischem Vorwissen als wahrscheinlich gelten können und die durch das Handlungsgeschehen motiviert sind.

Kontakt:

Prof. Dr. Kirsten Dickhaut
Universität Stuttgart
Stellvertretende Direktorin ILW / Abteilungsleiterin Romanische Literaturen I - Galloromanistik
Keplerstr. 17
70174 Stuttgart
Raum 4.041
T.: +49 711 685-83110
F: +49 711 685-82765
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