DHd2026: Nicht nur Text, nicht nur Daten
Vom 23. bis 27. Februar fand an der Universität Wien die jährliche Konferenz des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e. V. unter dem Titel „Nicht nur Text, nicht nur Daten“ statt.
Die Konferenz wurde von zwei Tagen angefüllt mit Workshops eingeleitet. Die Workshops waren thematisch vielfältig. Tools zum Aufbau der eigenen Forschung wie in „DNBLab – Von der Forschungsidee zum Datenkorpus“ (Nitsche, Taube) oder „Wikibase als Forschungsstruktur – am Beispiel der Kirchengeschichte“ (Kröger, Popp, Duan, Simons) wurden ebenso vermittelt wie die Anwendung von KI, so in dem Workshop „Beyond entities: Inhaltsbasierte Erschließung digitaler Editionen mit KI" (Lemke, Franke, Alvares Freire, König, Lordick, Neumann).
Ebenfalls Beachtung fand das methodische Vorgehen, beispielsweise im Rahmen von „Reusable Workflows in Practice – a hands-on Workshop“ (Arıkan Caba, Baillot, Carloni, Charvát, Ďurčo, Illmayer) und „Kontext und Klarheit: Fachspezifische Metadaten für offene Bildungsressourcen (OER) zu Data Literacy“ (Urbaum, Döring, Chlesberg, Geiger, Steiner).
Die offizielle Eröffnung der Konferenz erfolgte am Dienstagabend mit Grußworten von unter anderem Prof. Dr. Gabriel Viehhauser (Universität Wien), Prof. Mag. Dr. Tara Andrews (Universität Wien) und Prof. Dr. Evelyn Gius (Technische Universität Darmstadt). Prof. Dr. Miriah Meyer beleuchtete in ihrer Keynote die Perspektive der Datenvisualisierung auf Daten selbst aber auch auf die Rolle von Datenexpertinnen. Ihre Forschung ist zudem auch eng mit Öffentlichkeitsarbeit verknüpft: Jugendliche sammeln in Workshops eigene Daten und basteln analog kreative Datendarstellungen.
Die folgenden Tage waren gefüllt von Vorträgen und Panels. Teils wurden bis zu fünf Vorträge parallel angeboten. Aufhänger der Konferenz war auch die Forschungsvielfalt an der Universität Wien selbst, sodass die Vielzahl an vertretenen Fachbereichen wenig überrascht. Doch auch konzeptionelle Fragestellungen und die Position der Digital Humanities innerhalb der unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen wurden diskutiert.
Die DHd2026 schloss am 27. Februar mit der Keynote „Digital Humanities Unpacked: The Politics and Practices of Data Work“ von Prof. Dr. Katharina Kinder-Kurlanda. Digital Humanities verwenden nicht nur Daten, sondern generieren sie auch und leiten aus ihnen Erkenntnisse ab. Deshalb sind die Digital Humanities verpflichtet, über die Kontexte von Daten zu reflektieren und Datenprozesse sichtbar zu machen.
Aufgepasst, Studierende! Wenn Sie nächstes Jahr auch zur DHd-Konferenz möchten: Es werden immer Reisestipendien für Studierende ausgeschrieben, um Personen am Anfang ihrer akademischen Karriere ebenfalls eine Teilnahme zu ermöglichen.