MA-Kolloquium Sommersemester 2024

Hier finden Sie einen Rückblick zum MA-Kolloquium im Sommersemester 2024.

Was Sie erwartet

„Digital Humanities“– ein Begriff, der in akademischen Kreisen längst kein Fremdwort mehr ist. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem facettenreichen Forschungsbereich? Was machen Wissenschaftler*innen und was kann man mit einem solchen Studium anfangen?

Das offene MA-Kolloquium steht unter dem Thema „Trends der Digital Humanities“ und wird im Sommersemester 2024 kooperativ von den Universitäten Stuttgart und Regensburg organisiert. Die Veranstaltungsreihe bietet Ihnen die Gelegenheit, hinter die Kulissen dieses spannenden und sich ständig weiterentwickelnden Feldes zu blicken. Finden Sie heraus, was Forschende an Universitäten mit den Digital Humanities anfangen. Wir klären was sich unter anderem unter ‚Computational Literary Studies‘, ‚Digital History‘ ‚Distant Gaming‘ oder ‚Distant Reading‘ verbirgt!

Ein Highlight der Ringvorlesung sind die Vorstellungen studentischer Projekte, mit denen Studierende der DH in Stuttgart und Regensburg sich derzeit beschäftigen. Das offene MA-Kolloquium wird hybrid durchgeführt und ist für Gäste geöffnet (eine Anmeldung ist nicht nötig, um Missbrauch zu vermeiden bitten wir jedoch darum, Zoom mit Klarnamen zu benutzen). 

Programm

Das Programm im Detail

Eröffnungsveranstaltung und Begrüßung der Studierenden.

(Jun.-Prof. Dr. Mareike Schumacher, Universität Stuttgart)

(Studierende der Digital Humanities, Universität Regensburg)

Die Environmental Humanities sind ein stark interdisziplinäres Feld, das sich mit der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt beschäftigt. Im Kern steht dabei die Frage, wie  sozio-kulturelle, historische, philosophische und ästhetische Faktoren unsere Wahrnehmung und Interaktion mit der Umwelt beeinflussen. Im Vortrag soll ausgelotet werden, welches Potenzial aktuelle Methoden der Computational Humanities haben, um neuartige Fragestellungen in den Environmental Humanities zu untersuchen. Anhand konkreter Beispiele werden diese Potenziale diskutiert und die Grenzen und Möglichkeiten eines neuen Forschungsfeldes namens "Computational Environmental Humanities" aufgezeigt.

(Prof. Dr. Manuel Burghardt, Universität Leipzig)

Der Vortrag widmet sich den vielfältigen Überschneidungsbereichen zwischen Spiel-, Text-, Medien- und digitalen Geisteswissenschaften. Er beschäftigt sich mit Fragen des Spiels und Spielens in digitalen Medien sowie mit für die Textanalyse zentralen Fragen der Versionierung, Multimodalität, Prozeduralität, Variabilität und Multilinearität. Anhand ausgewählter Fallbeispiele im Bereich Videospielkorpora werden Fragestellungen zu Textualität und Sprache im und ums Videospiel, zur Entwicklung von Ortho- und Paragame-Korpora und speziell zur Anwendbarkeit quantitativ-qualititativer Analysemethoden auf kritische Genderfragen in den Digital Humanities erörtert. 

(Prof. Dr. Astrid Ensslin, Universität Regensburg)

Der Vortrag untersucht die Rolle und Entwicklung der Theoriebildung in den Digital Humanities. Dabei werden aktuelle Diskussionen und Kontroversen zur Theoriebildung in den Digital Humanities beleuchtet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse unterschiedlicher Verwendungskontexte des Theoriebegriffs, die sowohl aus den Geisteswissenschaften als auch aus der Informatik, Computerlinguistik und Statistik stammen. Anhand von Fallbeispielen wird das Zusammenspiel unterschiedlicher Theoriekonzepte in konkreten Forschungssettings diskutiert. Wie passen eigentlich Matrizenaddition und hermeneutisches Verstehen zusammen? Welche epistemischen Prämissen gehen mit dem Satz von Bayes einher? Und wie materialisieren sich theoretische Annahmen in Software und Code?  Der Vortrag lädt nicht nur dazu ein, über Theoriebildung in den DH nachzudenken, sondern auch unsere Vorstellung einer partizipativen und kollaborativen Theoriearbeit neu zu imaginieren.

(Jun.-Prof. Dr. Rabea Kleymann, Universität Chemnitz)

Die Entwicklung von Werkzeugen für die computergestützte Analyse audiovisueller Inhalte nimmt seit einigen Jahren zu und beeinflusst damit auch die Methoden und Untersuchungsgegenstände der Filmwissenschaft. Die Vorlesung Digitale Filmanalyse: Geschichte, Methoden und Trends gibt Einblicke in die historische Entwicklung der (digitalen) Film- und Videoanalyse, erprobte Ansätze und aktuelle Trends. Anhand des konkreten Beispiels der Analyse von Farbe im Film wird erläutert, wie man sich derartig komplexen ästhetischen Erscheinungen mit computationellen Verfahren auf qualitative und quantitative Weise annähern kann.

(Prof. Dr. Josephine Diecke, Universität Zürich)

Digitale Methoden werden (langsam) zunehmend auch von Historiker*innen angewendet. Im Vortrag werden eine Reihe von Methoden anhand von konkreten Beispielen vorgestellt, u.a. Netzwerkanalyse, Geo-Visualisierung und Topic modelling.

(Prof. Dr. Mark Spoerer, Universität Regensburg)

Geräusche sind omnipräsent in unserem Alltag und auch in literarischen Texten sind sie repräsentiert. Ob heulender Wind, plätschernder Bach, kreischende Mädchen oder ratternde Züge - ihre explizite Repräsentation ist vielfältig und bereichert das Scene-Setting um Informationen zu den Soundscapes der fiktionalen Welten. Der Vortrag widmet sich der Operationalisierung von Geräuschen als Ereigniseinheiten in literarischer Prosa, die sich manuell aber auch automatisiert annotieren sowie relational in verschiedene Lautstärkestufen einteilen lassen, was neue Möglichkeiten für die computationelle Analyse von fiktionalen Soundscapes eröffnet.

(Svenja Guhr, Technische Universiät Darmstadt)

Das Forschungsprojekt "Digitalisate des Armeepferdeparks 551" im Rahmen des Master-Studiengangs Digital Humanities beschäftigt sich mit der Digitalisierung von privatem Bildmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Ziel ist, diese Quellen besser zugänglich zu machen. Das Projekt betont die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Archiv und Universität. Zwei private Quellensammlungen wurden durchgesehen, in Datenbanken strukturiert und mit TEI kodiert. Eine HTML-Galerie ermöglicht die benutzerfreundliche Präsentation der Bilder. Die extrahierten Orte wurden in eine KML-Datei umgewandelt, um eine Geovisualisierung der Route des Armeepferdeparks zu ermöglichen. Das Poster des Projekts visualisiert den Prozess und zeigt angewandte Methoden und Ergebnisse auf. Es hebt die Herausforderungen und Lösungen bei der Digitalisierung dieser privaten Quellen hervor.

(Larissa Fritz, Universität Stuttgart)

Inventar Colombia: una mirada desde el Orinoco is a digital research project that seeks to reconstruct aspects of the geographic imagination, forms of relationship with nature, and its resources, of at least fifteen indigenous groups that inhabited the Orinoco region between the fifteenth and eighteenth centuries. Responding to the limits to what we can know in the archive about how various indigenous groups inhabited and conceived the territory, we carried out a process of curation and extraction of geospatial data from historical and archaeological sources. We identified some patterns of territorial occupation and exchange networks of the multiplicity of indigenous communities that inhabited the Orinoco region. From iterations for the construction of maps with QGIS and typical GIS conventions, we explored other forms of visualization and narrative construction to deploy the arguments of the research on the web. We proposed a CSM-free web interface developed with JavaScript and open-source libraries and developed a set of cartographic narratives.

https://inventarcolombia.uniandes.edu.co/

(Prof. Dr. Maria José Afanador, Universidad de los Andes, Columbia)

Netzwerkanalyse theoretischer Referenzen in Bundestagsreden

(MA Projekt, Universität Stuttgart)

Kinder, Küche, Karriere? Die Rolle der Frau im deutschsprachigen Heftroman 

(MA Projekt, Universität Stuttgart)

Rechtsruck in Deutschland und die Rolle der „Parteien der Mitte"

(Lea Schuster, MA Projekt, Universität Stuttgart)

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