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Förderung: DFG, Laufzeit: 36 Monate

Das DFG-Langfristvorhaben wird den gesamten Minnesang in einer frei verfügbaren elektronischen Edition bereitstellen. In der ersten Förderphase 2017-2019 werden vor allem die Texte von Carls von Kraus' ,Liederdichtern' neu erarbeitet. Dabei soll die Einsicht, dass die Überlieferung in ihrer Varianz unbedingt ernst zu nehmen ist, konsequent in die editorische Praxis überführt werden. Nur eine elektronische Edition ermöglichst es, die Texte in allen Überlieferungszuständen aufzubereiten. So können jedem Benutzer die Fassungen bzw. die Synopsen an die Hand gegeben werden, die er benötigt. Zudem bietet "Lyrik des hohen Mittelalters" dieTexte nicht in editorisch bearbeiteter und wissenschaftlich kommentierter Form, sondern auch in handschriftennaher Gestalt als Digitalisat und als Transkription. ldm-digital

Mitarbeiterinnen der Arbeitsstelle Stuttgart:

Dr. Stephanie Seidl (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Carmen Jung (studentische Hilfskraft)
Lisa Kasprik (studentische Hilfskraft)

Das Projekt analysiert ausgewählte mittelhochdeutsche Romane narratologisch und bedient sich dazu auch computergestützter Methoden. In seinem Zentrum steht die Frage, inwiefern komplexe narrative Texte (wie Wolframs von Eschenbach „Parzival“) anders ‚funktionieren‘ bzw. anders erzählt werden als ‚einfache‘ Romane (wie Hartmanns von Aue „Iwein“). Dazu soll unter Rückgriff auf die Kategorien Figur, Raum, Zeit und Handlung erarbeitet werden, welche Formen der Komplexisierung es auf der Ebene der histoire gibt und mit welchen Strategien der Darstellung diese auf der Ebene des discours umgesetzt werden. Das Projekt ist am Center for Reflected Text Analytics (CRETA) angesiedelt. Entsprechend erfolgt ein Teil der Analysen datenbasiert; so werden in einem ersten Schritt Methoden für die automatische Erkennung von Entitäten entwickelt, mit deren Hilfe die Figurenrelationen und Figurenkonstellationen in den Blick genommen werden.

Förderung: BMBF, Laufzeit: 01.01.2016-31.12.2018 (36 Monate)

Mitarbeiter/innen der Arbeitsstelle Stuttgart:

Nora Echelmeyer (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Alina Palesch (studentische Hilfskraft)

Anfang des 15. Jahrhunderts (vermutlich ca. 1406) entsteht in Nürnberg eine Legendensammlung, die mit ca. 400 Legenden das umfangreichste deutschsprachige Legendar des Mittelalters darstellt. Das dreibändige Legendar integriert sämtliche Texte des in Europa erfolgreichsten Legendars seiner Zeit, dem ca. 250 Texte versammelnden Der Heiligen Leben, und fügt diesem ca. 150 weitere Legenden hinzu, so dass für jeden Tag des Jahres mindestens ein Text für die Lektüre zur Verfügung steht. Dieses monumentale Werk, das eine Kombination von Martyrologium und Legendar darstellt und für das sich in der Forschung der Titel Der Heiligen Leben, Redaktion etabliert hat (HL-Red. I), wurde kurz nach seiner Entstehung vollständig neu bearbeitet (vor 1447): Jede einzelne Legende wird nun ›wiedererzählt‹, das heißt stilistisch umgestaltet, zum Teil durch weitere Details ergänzt, zum Teil gekürzt, oder Erzählinhalte werden neu arrangiert (HL-Red. II). Liegen für die textuellen Veränderungen in Bezug auf einzelne Legendenfassungen Studien vor, welche auch die HL-Red. II mit in den Blick nehmen, so ist eine systematische Untersuchung der Bearbeitungstendenzen dieses Legendars im Vergleich mit HL-Red. I in der Germanistischen Mediävistik ein Desiderat.

Aktuell wird in Stuttgart eine digitale Edition der HL-Red. II vorbereitet. Annotiert werden dabei die textlichen Veränderungen der HL-Red. II gegenüber der HL-Red. I unter verschiedenen philologischen und literaturwissenschaftlichen Fragestellungen. Mit der digitalen Edition soll ermöglicht werden, den Redaktionsprozess des Bearbeiters detailliert zu rekonstruieren und systematisch zu untersuchen und zu interpretieren.

Cornelia Herberichs (Germanistische Mediävistik, Universität Stuttgart)
Gabriel Viehhauser (Digital Humanities, Universität Stuttgart)

Förderung: DFG, Laufzeit: 24 Monate

Ediert werden die Korpora Friedrichs des Knechts, Herzog Heinrichs von Breslau, Leutholds von Seven, Regenbogens, Reinmars von Brennenberg, Rubins, Ulrichs von Liechtenstein, Walthers von Mezze sowie des Wilden Alexander, und zwar elektronisch. Das Projekt versteht sich als ein Pilotprojekt, das erprobt, wie eine zeitgemäße Edition der Lyrik des 12. und 13. Jahrhunderts aussehen kann, die zum einen nahe an der Überlieferung bleibt und zum anderen die Bedürfnisse unterschiedlicher Benutzer und Benutzerinnen erfüllt.

Mitarbeiterinnen der Arbeitsstelle Stuttgart:

Dr. des. Sophie Marshall (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Anja Braun (studentische Hilfskraft)

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