Willkommen in der Abteilung

Romanische Literaturen II - Italianistik

Italienisch an der Universität Stuttgart. Hier finden Sie aktuelle Informationen zu Lehre und Forschung sowie weiterführende Informationen.

Willkommen auf der Homepage der Italianistik der Universität Stuttgart

Die Stuttgarter Italianistik bietet durch ihre vielfältigen Forschungsinteressen - etwa zu Text-Bild-Beziehungen, zu Digital Humanities, zu Magie und Hexen, zur italienischen Komödie und Tragödie, zu Venedig und zu Übersetzungsfragen - ein breites Spektrum forschungsnaher Lehre. In einem idealen Betreuungsverhältnis werden Kurse der italienischen Literatur-, Kultur- und Sprachwissenschaft sowie Sprachpraxis in Stuttgart angeboten. Zudem verfügt die Italianistik über ein Lektorat für Sardisch.

Gegründet wurde die Italianistik der Universität Stuttgart im Jahr 1993 von Prof. Dr. Georg Maag, Cavaliere dell’Ordine della Stella della Solidarietà Italiana und Herausgeber der Zeitschrift Horizonte, der die Abteilung gemeinsam mit Dr. Sabrina Maag bis 2019 erfolgreich gestaltete. Seit dem Wintersemester 2019 gehören die Abteilungen Romanische Literaturen I (Galloromanistik) und Romanische Literaturen II (Italianistik) zusammen. Beide werden seither von Prof. Dr. Kirsten Dickhaut geleitet.

Das Studienangebot umfasst sowohl einen Bachelor- und Masterstudiengang Romanistik (Italienisch/Französisch) als auch einen neu eingeführten Lehramtsstudiengang Italienisch (Bachelor; Master in Vorbereitung). Regelmäßige Projektarbeiten mit Studierenden in Formen von (digitalen) Ausstellungen, Hörspielen und Exkursionen erweiterten das Studienangebot, auch im Hinblick auf eine Berufsorientierung. Enge Kooperationen mit den Universitäten Bergamo und Venedig sowie langjährige Erasmus-Partnerschaften ermöglichen Studierenden verschiedene Formate des Auslandsstudiums und der Auslandserfahrung. Weiterführende Informationen erhalten Sie von der Studiengangsmanagerin Dr. Beatrice Hujjon, der Lektorin Dssa. Laura Mautone und der Akademischen Rätin Dr. Gesine Hindemith.

Die enge Zusammenarbeit der Stuttgarter Italianistik mit dem Italienischen Kulturinstitut besonders im Stuttgarter Italienzentrum, das großzügig vom italienischen Staat und der Universität Stuttgart gefördert wird, ermöglicht eine große Kontaktfläche für Studierende und Forschende mit der italienischen Sprache, Kultur und Literatur. Der Stuttgarter Weg als interdisziplinäre Vernetzung prägt die Zusammenarbeit des Fachs und des Zentrums maßgeblich. Unter Aktuelles finden Sie die entsprechenden Veranstaltungsankündigungen auf unserer Homepage.

Aufgrund der aktuellen Situation befinden sich unsere Mitarbeiter*innen weiterhin im Homeoffice. Wir sind aber weiterhin per email und in den Sprechstunden (siehe Campus) erreichbar.
Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der Info-Seite der Universität.

Information zum neuen Masterstudiengang Romanistik/Digital Humanities

Studieninteressierte zum Masterstudium Romanistik/Digital Humanities erhalten unter folgendem Link weitere Informationen

Informationen zum Masterstudium Romanistik/Digital Humanities

Nachruf Prof. Alain Viala

In Stuttgart hat er 2019 im Sommersemester eine Vorlesung zur französischen Literaturgeschichte gehalten, ein Seminar zu Molière und ein Kolloquium angeboten und mit NachwuchswissenschaftlerInnen über ihre Forschungen diskutiert. 2022 sollte er wieder nach Stuttgart kommen. Dies wird nun nicht mehr möglich sein.

Denn am 30.06.2021 ist Alain Viala friedlich von uns gegangen. Als umfassend gebildeter Literar- und Kulturhistoriker hat Alain Viala in umfänglicher Weise die französische Galanterie erforscht und ihr mehrere Werke gewidmet. Das Bemerkenswerte an seinen Forschungen ist nicht einfach, dass er historisch versiert seine Archivarbeit für seine Themen nutzte. Vielmehr gelang ihm mehrfach – von der Monographie über die „Geburt des Schriftstellers“ (Naissance de l’écrivain. Sociologie de la littérature à l’âge classique, 1985) bis hin zu seinen Studien zur Galanterie –, das überkommene Wissen über die französische Literaturgeschichte, nicht nur des 17. Jahrhunderts, unter gänzlich neue Voraussetzungen zu stellen. Dass heute die Galanterie als Haltung bei Hofe, als Forschungsfeld und als französisches Selbstverständnis reflektiert wird (La France galante. Essai historique sur une catégorie culturelle de ses origines jusqu’à la Révolution, 2008; La Galanterie, une mythologie française, 2019), ist wesentlich sein Verdienst. Aber auch die Frage des Status der Literatur im Zeitalter von Ludwig XIV. hat ihn immer interessiert (Argent, littérature et propagande: Écrivains du Roi-Soleil, 1991).

Das Theater als Spezifikum des Barocks prägte seine Arbeiten in besonderer Weise, als Gattung, politisches Instrument (Racine. La stratégie du caméléon, 1990) und als Mittel, die Historie zu verstehen, weshalb er schon seit einigen Jahren auch das Festival d’Avignon durch sein Engagement bereicherte (Le désordre du monde. Rencontres, Recherche et Création du Festival d'Avignon, 2018).

Von 2002 an hatte er den Lehrstuhl für französische Literaturgeschichte an der Universität Oxford inne und war Fellow von Lady Margaret Hall. Er war ebenfalls Emeritus der Universität Paris III-Sorbonne Nouvelle. Mehrere Gastprofessuren hat er übernommen. Im Sommersemester 2019 hat er die Einladung als Gastprofessor am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart angenommen und mit großem Engagement in der Romanistik gewirkt. Im Rahmen der DVA-Gastprofessur (Robert-Bosch-Stiftung) hielt er in Stuttgart mehrere Vorträge und einen Festvortrag, der in der F.A.Z. sodann veröffentlicht wurde. Er war ein gern gesehener Gast, Vortragender und Mitorganisator, der in jeder Hinsicht feinsinnig, scharfsinnig, wortgewandt war und weit über die Literatur des 17. Jahrhunderts Frankreichs hinaus kulturell und historisch gebildet seinen Schülern, Kolleginnen und Kollegen, ja seinem Publikum Rede und Antwort stand. Sein Urteil war bemerkenswert scharf und zugleich respektvoll. Seine Kompetenz, auch fremde Texte zu redigieren und zu überarbeiten, war einzigartig. Er interessierte sich für Literaturtheorie und Methodologie. Gemeinsam mit befreundeten Schauspielern zeichnete er Podcasts auf und wirkte in einer Reihe mit, die die Literaturgeschichte Frankreichs zu Gehör bringt. Auch die Tagungen, an denen er stets konstruktiv und engagiert mitwirkte, werden unvergesslich bleiben. So verkörperte er in vielerlei Hinsicht das Modell eines idealen, weil modernen und aufgeschlossenen Hochschullehrers. Nicht zuletzt hat er auch in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften mitgewirkt, beispielsweise hat er die renommierten Littératures classiques mit herausgegeben. Seit der Gründung der Zeitschrift Comparatiowirkte er als angesehenes Mitglied des wissenschaftlichen Beirats in jeder Hinsicht konstruktiv an der internationalen Verbreitung und Reviewarbeit mit.

Alain Viala hat die Galanterie erforscht und gelebt. Ein besonderer Freund der Literatur, ein herausragender Nachwuchsförderer, der mit hochschulpolitischer Raffinesse Strukturen kannte, nutzte und mit dem ihm eigenen Charme zu verändern verstand, ein außergewöhnlicher Kenner des literarischen Feldes und des Literaturbetriebs hat sich still und leise verabschiedet. Dabei hat ihn der plötzliche Tod nicht nur aus dem Leben, sondern auch aus einer Vielzahl von laufenden Projekten gerissen. Er hinterlässt einen großen Freundes- und Schülerkreis, der ihm ewig dankbar sein wird für alle Unterstützung, Hingabe und die wertvolle Zeit, die er unermüdlich und so großzügig verschenkt hat. Auch die Stuttgarter Kollegenschaft, die romanistische Literaturwissenschaft, die Lehrerenden der Abteilungen und die Studierenden werden Alain als Experten, Kollegen und Freund sehr vermissen.

Kirsten Dickhaut

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Akkreditierung

Die Qualität des Studien­gangs ist in einem Zer­ti­fizier­ungs­ver­fahren geprüft.

Ansprechpersonen

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Prof. Dr.

Kirsten Dickhaut

Stellvertretende Direktorin ILW / Abteilungsleiterin Romanische Literaturen I (Galloromanistik) und II (Italianistik)

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Dr.

Gesine Hindemith

Akademische Rätin

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