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PD Dr. Nicola Brocca ist Sprachwissenschaftler und Sprachdidaktiker an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Fremdsprachendidaktik, der Pragmatik, der Korpuslinguistik sowie im Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz im Sprachunterricht. Nach seinem Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Padua und der Promotion in Romanischer Philologie an der Universität Heidelberg war er unter anderem an den Universitäten Heidelberg, Turin und Innsbruck tätig. Seit 2019 arbeitet er als Universitätsassistent (Postdoc) am Institut für Fachdidaktik der Universität Innsbruck.
Seine 2010 verteidigte Dissertation La semantica delle preposizioni in Italiano come L2: Un'analisi di sopra e su nell'italiano di germanofoni. Übersetzung des Titels: Die Semantik der Präpositionen im Zweitspracherwerb des Italienischen. Eine Analyse über sopra und su bei deutschen Lernern. Heidelberg: HeiDOK, (Weblink) untersuchte den Erwerb räumlicher Präpositionen im Italienischen als Fremdsprache.
In seiner Habilitation widmete Nicola Brocca sich pragmatischen Kompetenzen im Fremdsprachenlernen und in digitalen Kommunikationskontexten. Zu den zentralen Studien dieses Forschungsschwerpunkts zählen Untersuchungen zu Höflichkeitsstrategien in digitalen Absagen (Brocca, N., Nuzzo, E., Cortés Velásquez, D., & Rudigier, M. (2023). Linguistic politeness across Austria and Italy: Backing out of an invitation with an instant message. Journal of Pragmatics, 209, 56-70. 10.1016/j.pragma.2023.02.018) sowie zu pragmatischen Transferprozessen bei österreichischen Italienischlernenden (Brocca, N., & Nuzzo, E. (2024). Exploring request strategies in Austrian Italian learners: Pragmatic transfer insights. Journal of Pragmatics, 220, 32-46. https://doi.org/10.1016/j.pragma.2023.11.012).
Nicola Brocca leitet und koordiniert zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte zu Sprachlernen, digitalen Medien und KI-gestützten Lernumgebungen. Zu seinen aktuellen Projekten zählen unter anderem PromptLab, das sich mit dem reflektierten Einsatz von Large Language Models (LLMs) in der Hochschullehre beschäftigt, sowie OPTIMIST, ein Erasmus+-Projekt zur Optimierung digitaler Aufgabenformate im Fremdsprachenunterricht. Darüber hinaus hat er mit LADDER und LadderWeb innovative digitale Korpora und Analysewerkzeuge für die Erforschung pragmatischer Kompetenzen von Sprachlernenden entwickelt.
Seine wissenschaftlichen Arbeiten erscheinen regelmäßig in international renommierten Fachzeitschriften wie Journal of Pragmatics, Teaching and Teacher Education, Language Teaching Research und System. In jüngerer Zeit beschäftigt er sich insbesondere mit der Schnittstelle von Linguistik und Künstlicher Intelligenz, etwa mit dem Einsatz von ChatGPT im Fremdsprachenunterricht, der Analyse KI-generierter Texte sowie der Entwicklung von Prompting-Kompetenzen.
Im Rahmen seines Aufenthalts wird er PD Dr. Nicola Brocca zwei Vorträge zur Rolle Künstlicher Intelligenz in Sprachlernen und Hochschuldidaktik halten.
Im ersten Vortrag
(01.07., 17:30 Uhr, Raum 17.14, oder online)
mit dem Titel
„Funktionieren Chatbots, die eine Fremdsprache unterrichten, wirklich?“
geht Nicola Brocca der Frage nach, ob Chatbots tatsächlich beim Fremdsprachenerwerb helfen können. Im Zentrum stehen dabei die Bedingungen erfolgreichen Sprachlernens – Input, Output und vor allem Interaktion. Anhand empirischer Daten aus schulischen Kontexten und Situationen des autonomen Lernens zeigt der Vortrag, in welchen Bereichen KI-gestützte Chatbots bereits überzeugend funktionieren und wo authentische Interaktion zwischen Mensch und Maschine weiterhin an Grenzen stößt.
Der zweite Vortrag
(08.07., 17:30 Uhr, Raum 17.14, oder online),
„LLM in der Hochschuldidaktik (PromptLab)”,
präsentiert Ergebnisse des Innsbrucker Projekts PromptLab zur Integration von Large Language Models in die universitäre Lehre. Im Fokus stehen dabei ein reflektierter und kritischer Umgang mit KI, die Entwicklung von Prompting-Kompetenzen sowie die Bewertung KI-generierter Inhalte.
Der Vortrag bietet spannende Einblicke in aktuelle hochschuldidaktische Entwicklungen und diskutiert innovative Lehrmodelle zwischen technologischem Potenzial und kritischer Medienkompetenz.